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Im Urtext der Handschrift B heißt es: "Er sancte in da ze Loche allen in den Rin"Eine mögliche Übersetzung lautet: Er senkte in da zu Lochheim allen in den Rhein. Wo liegt Lochheim am Rhein?

Vermutlich meinte der Bearbeiter der Handschrift B mit Lochheim eine Wüstung zwischen Kirchheim und Bruchhausen, an welche der Flurname die Lochäcker auf der Gemark Kirchheim heute nochOrtsgründungen rund um den Leimbach, © Peter K. Germany 2018 Eigenes WerkOrtsgründungen rund um den Leimbach, © Peter K. Germany 2018 Eigenes Werk erinnert  Das Dorf Lochheim gehörte zum Großgewann "Lochheimer Feld". Als Grenzen am Lochheimer Feld erscheinen die Bruchhäuser Wiesen, der Sandberg, der Herrenstrang und die Römerstraße Heidelberg - Speyer. Von der Römerstraße sind noch heute Teile in Gebrauch.  Bei Sandhausen heißt sie Speyerer Straße. An der Speyerer Straße lag das obengenannte Dorf Lochheim. Die Steinigte Äcker werden später als Teil des Lochheimer Feldes genannt. Der heutige Strangweg von Sandhausen aus war die Verbindung zum Dorf Lochheim (Entfernung ca. 1 km) und später zum Lochheimer Feld. Wann die genaue Ortsgründung stattfand, ist unbekannt. Die erste nachweisbare urkundliche Erwähnung Lochheims stammt aus dem Jahr 1131, ältere Keramikfunde deuten jedoch auf eine Besiedlung schon seit dem 7. Jahrhundert hin. Nicht ganz abwegig ist die Theorie, das  Lochheim aus einer römischen VVilla rustika entstanden sei. Die Anwesenheit der Römer in der Gegend von Sandhausen ist durch archäologische Funde nachgewiesen. Bei den Gesteinsfunden im "Feilheckgewann" handelt es sich um die Reste einer römischen Villa. Sie stand dort, wo der von Heidelberg kommende Speyerer-Weg in den Hardtwald eintritt am linken Ufer des Leimbaches. Im Gewann "Steinigte Äcker" stand im Jahr 200 n. Chr. eine große römische "Villa Rustika", ein römischer Gutshof mit Privatfriedhof, zu dem auch ein riesiges Monumentalgrabmal gehörte, das ca. 25 m hoch war und weithin sichtbar in der Nähe der damals stark befahrenen Römerstraße ebenfalls am linken Ufer des Leimbaches stand. Voraussetzung für die römischen Ansiedlungen war unter anderem immer ein reichliches Wasservorkommen, zumal das Bad zu den täglichen Übungen der Römer gehörte. Daher auch die Nähe zu einem fließenden Gewässer. Um 260 n. Chr. zogen sich die Römer auf die linke Rheinseite zurück. Das römische Landgut wurde aufgegeben und verfiel. Die Gebäude oder zumindest deren Ruinen dürften im 5. Jahrhundert als die Burgunden in Worms siedelten, aber noch vorhanden gewesen sein. Die Turm-Grabsäule soll sogar noch bis ins 6. Jahrhundert gestanden haben, dann wurde auch sie umgelegt und für Bauzwecke verwendet.

Die im 13. Jahrhundert ausgegangene Siedlung Lochheim wurde bisher immer auf Kirchheimer oder Oftersheimer Gemarkung vermutet; die archäologischen Funde zeigen jedoch das sie sich größtenteils auf Sandhausener Gebiet befand. Anhand von Luftbildern konnte die frühere Lage mehrerer Häuser, einer Kirche sowie einer Wasserburg mit mehreren Wassergräben erkannt werden. Ein  Graf Boppo von Lauffen war der Dorfherr von Lochheim. Er verkaufte aber seinen Besitz im Jahre 1196 an das Kloster Schönau. Ein Bischof Lupold von Worms hatte in Lochheim ebenfalls Eigentumsrechte. Außerdem besaß er das Patronatsrecht über die Lochheimer Kirche, da das Gotteshaus eine Wormser Gründung war. Dieser Bischof übergab im Jahr 1196 seinen Besitz ebenfalls dem Kloster Schönau. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurde das Dorf Lochheim vom Kloster Schönau aufgelöst. Außer ein paar Gewannnamen ist von Lochheim nichts mehr übriggeblieben.